»Stadt.Land.Schluss.« das transdisziplinäre Symposium

Wenn man Design mindestens so sehr als Prozess oder Produkt (hier Kommunikat) versteht, wie als Medium, lag es auf der Hand: Gestalten lassen sich nicht nur Print, Online oder Raum, sondern auch Veranstaltung. Temporär, präsent, mehrdimensional, empathisch …


Das transdisziplinäre Symposium »Stadt.Land.Schluss.« ist, wie so vieles, aus der Not, nein, eher Verzweiflung heraus geboren … als auf dem Lande lebender. In der Stadt gibt es Stadtentwicklung und Stadtplanung, Kultur- und Sozialarbeit, Umweltbildung, Bäume sind eher wertvoll als im Weg. Auf dem Dorf? Dort werden in den Gemeinderäten Entscheidungen getroffen, oft mit großer Tragweite (Neubaugebiete etc.) – es gibt aber kein definiertes, gewünschtes »Ziel«. Doch wie kann man, wenn es keine Kriterien gibt, ein Für und Wider abwägen? Deshalb ist Entwicklung auf dem Land immer eher retrospektiv zu sehen: In den letzten zehn Jahren haben sich die Dinge so verändert, haben sich dahin entwickelt – wollte das eigentlich jemand? Das war ein Aspekt.

Der andere ist, im Kleinen (Dorf, Land) vielleicht umso sichtbarer, greifbarer, dass wir in einer von Menschen für Menschen gemachten Welt leben. Alles ist gestaltet – was ja nicht impliziert, es wäre durchdacht, bewusst, gezielt, professionell … Und selbst das, was wir Natur nennen, ist in Deutschland zu 99% Kulturlandschaft, also gestaltete (sprich nutzbar gemachte) Natur. Also wäre die Aufgabe insofern klar: wir müssten die Welt besser gestalten. Inklusiver, gerechter, schöner, ökologischer … Doch wer ist Auftraggeber? Was, wenn sich Maßnahmen nicht im betriebswirtschaftlichen Sinn »rechnen« oder lohnen? Was, wenn das Verständnis fehlt, die Sensibilität – oder schlicht das Verantwortungsbewusstsein? Nicht einfach!

So entstand die Idee für ein dieses Symposium – im Fokus die »gestaltenden Disziplinen« wie Architektur und Design, aber eben nicht nur. Sondern mit Imkern, Soziologen, Bauern, Regionalentwicklern, Touristikern, Künstlerinnen, einer Nonne … damit eben nicht immer nur alle vor »Ihresgleichen« reden, sondern kreuz und quer andere Perspektiven, Optionen, Methoden, Restriktionen, Haltungen … kennenlernen. Eben transdisziplinär.

Und das alles nicht in Berlin oder München, sondern »in situ«, auf dem Land, im ländlichen Raum. Der perfekte Ort dazu ist die Musikakademie in Marktoberdorf. Mit Klausur-ähnlicher Atmosphäre, viel Miteinander, Nähe … geplant war 2015 »SLS« eigentlich als »eine« Veranstaltung. Aber währenddessen wurde schon klar: es muss weitergehen. Immer weiter! So war es auch: 2025 wird es nochmals sein. Das letzte Mal, das fünfte in zehn Jahren. Und (wie 2023 schon) mit dem Fokus auf »Mehr oder weniger?« im Kontext sozialer Gerechtigkeit, (Post-)Wachstum, Gesellschaft …

www.stadt-land-schluss.eu